Der letzte Überlebende / Sam Pivnik

Dienstag, 5. Dezember 2017

Buchdetails
Titel: Der letzte Überlende
Reihe: /
Autor: Sam Pivnik
Verlag: Theiss
Preis: 19,95 €
Seitenanzahl: 296
ISBN: 978-3-8062-3478-7
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Inhalt
Sam Pivnik war gerade mal 13 Jahre alt, als die Wehrmacht in Polen einmarschierte. Mit der Familie lebte er in einem oberschlesischen Städtchen, der Vater war Schneider und stopfte den Leuten die Hosen. Da wurde aus dem Städtchen ein Ghetto, und Sam, der damals noch »Szlamek« hieß, war mittendrin. Er überlebte - auch das Grauen von Auschwitz, die Selektion durch Mengele, die Zwangsarbeit, den Todesmarsch, den Schiffbruch der Cap Arcona. Unzählige Male entging er dem Tod. All das erlebte Sam in den kurzen Jahren seiner Kindheit und Jugend.

Der Krieg ließ keine Möglichkeit, an ein Morgen zu denken. Und wen interessierte nach dem Krieg das Gestern? Am Ende seines unglaublichen Lebens gelingt es Pivnik, einem der letzten Überlebenden von Auschwitz, über seine Erlebnisse zu sprechen.

Erster Satz
In Auschwitz gab es keinen Kalender.

Meine Meinung
Es ist jetzt ein paar Tage her, dass ich dieses Buch beendet habe und noch immer haben sich meine aufgewühlten Gedanke nicht gesetzt. Das Lesen dieses Berichtes eines 13-jährigen Jungen, der mitten hinein gerät in den Hass und die Verfolgung rund um die Juden von Hitler ist einfach grauenhaft, vor allem wenn man sich bewusst macht, dass dies wirklich geschehen ist. Hier ist die Realität nieder geschrieben und das macht alles nur umso schockierender.
Das Buch ist klar und linear geschrieben, wir erleben wie Sam aus seinem Leben gerissen wird, wie er seine Kindheit verliert und wie er in Ausschwitz landet. Wie er täglich dem Tode entgeht, von der Willkür der Nazis und den unausprechlichen Vorgängen dieser Jahre ausgesetzt ist.
Jeder, der diese Jahre wieder haben will bzw. nachtrauert, ist ein Ungeheuer! Alle die die AfD und andere rechtspopulistische Partein wählen, sind nicht besser als die, die dieses Verbrechen der Menschheit unterstützt und ins Rollen gebracht haben. Geht bitte mit offenen Augen durchs Leben, informiert euch und rennt nicht  blind irgendwelchen Filterblasen hinterher.
An manchen Stellen musste ich aufhören zu lesen, zu nah ergreifen einen die Ereignisse, nicht selten hatte ich Tränen in den Augen und konnte dies alles nicht fassen. Wie konnten/wie können Menschen so sein? Was können Juden dafür, so geboren worden zu sein? Ich habe mir nie ausgesucht als Deutsche geboren zu werden und kein Mensch auf der Welt kann etwas für seine Herkunft! Und ganz ehrlich, ich weiß nicht, wie Sam jeden Tag weiter leben konnte. Immer wieder stelle ich mir diese Frage! Er hat alles verloren und er wird jeden Tag mit dem Tod konfrontiert, wie stark müssen all die Menschen damals gewesen sein, die das ertragen mussten. Und nur zu oft ihr Leben dabei verloren!
Dieser Erfahurngsbericht ist nicht geschönt, Sam spricht offen über alles was damals geschehen ist und wird dabei manchmal auch sehr detailreich, aber ... er ist ehrlich! Und dies ist die Wahrheit! Damals war vieles mehr als grausam und genau das zeigt uns Sam auch auf!
Absolut lesenswert und vor allem wichtig! Ein Buch, welches von jedem gelesen werden sollte, denn es ist ein wichtiger Bericht über alles, was viele gerne vergessen würden, aber niemals vergessen werden darf!
Ich wusste natürlich durch den Schulunterricht über diese Zeit Bescheid, aber niemals hat mich trockener Unterricht so abgeholt wie diese Lebensgeschichte! Niemals hat es mich so berührt! Niemals war ich so schockiert! Niemals habe ich so ehrlich und ungeschönt darüber gelesen!

Für all das, was damals geschehen ist, gibt es keine Wiedergutmachung, keine Entschuldigung. Ein Stück Geschichte, das es niemals hätte geben dürfen. Aber wir können dafür sorgen, dass so etwas niemals wieder geschehen kann! Lest es! Nimmt es in euch auf und denkt darüber nach, wie ihr Menschen begegnet und welchen Menschen ihr Macht anvertrauen wollt! So etwas darf niemals wieder -egal in welcher Form- passieren!

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