Unter- und Überzucker

Montag, 29. August 2016

Was zum Umgang mit Diabetes gehört und möglichst vermieden werden soll, sind Über- sowie Unterzucker. Ziel ist es, den Blutzucker langfristig in einem engen Korridor zu halten, der die bestmöglichste Versorgung des Körpers und das Erwerben von Folgeschäden verringern soll. Dazu liegt zum Beispiel mein Plan zwischen 5,5 und 7,5 mmol/l.

Unterzucker ist also alles was unter 5,5 liegt, wobei bis zur Grenze von 3,9 alles eine Toleranzzone bildet und ich erst mit dem Wert von eben 3,9 einen Unterzucker definiere. Dabei gibt es viele verschiedenen Symptome, die sich bei mir im Allgemeinen durch Hyperaktivität, Schwitzen, Heißhunger, ein Schwächegefühl und Blässe äußert. Sollte man eine Hypoglykämie nicht merken, kann diese folgenschwere Folgen haben, z.B. beim Autofahren. Durch Unkonzentriertheit und verschwommene Sicht ist das sichere Fahren gefährt und Hypos können bis zur Bewusstlosigkeit führen. Es gibt mittlerweile sogar Hinweise darauf, dass häufige Unterzuckerungen später das Risiko für Demenz erhöhen sollen. Hypos werden durch verschiedenen Ursachen hervorgerufen. Dazu gehören unter anderem, dass die Kohlenhydrate falsch eingeschätzt wurden und man zu viel Insulin gespritzt hat. Aber auch Sport, Alkohol, Erkrankungen, Hitzeeinwirkungen und viele andere. Bei einer Unterzuckerung sollte man auf die Hilfe von Zucker zurückgreifen, am besten in Form von Traubenzucker oder Cola. Sollte der Patient in Folge einer Unterzuckerung bewusstlos werden, bitte nichts einflößen! Weder in Form von fester Nahrung noch flüssige Mittel. Notarzt rufen! Diabeteserkrankung angeben! Dieser kann Hilfe in Form von Glukosespritzen bieten. Viele Diabetiker haben auch Glukosespritzen zu Hause, aber im seltesten Fall unterwegs mit dabei. Also keine Abenteuer, im Falle des Falles bitte immer den Notarzt rufen!

Gegenüber der Unterzuckerung gibt es natürlich auch noch die Überzuckerung. Dieser Wert gilt bei mir etwa ab 10,0. Auch hier gibt es wieder die verschiedensten Symptome wie ein Mensch darauf reagiert, bei mir äußert sich eine Hyperglykämie meistens mit verschwommener Sicht, Unkonzentriertheit, Übelkeit, Müdigkeit und Durst. Wie bei einer Unterzuckerung kann auch eine Überzuckerung zu schwerwiegenden Folgen führen, sollte man diese nicht beachten. Es werden hier saure Ketone gebildet, die über Urin und den Atem ausgeschieden werden. Der Atem riecht dann stark nach Azeton (z.B. wie Nagellackentferner) und im Urin kann man den Ketongehalt via Teststreifen messen. Abhilfe bei Hypers stellen die Gabe von Insulin, viel Wasser trinken um die sauren Stoffe über die Urinausscheidung abzubauen und in regelmäßigen Abständen den Blutzucker kontrollieren.
Im schlimmsten Fall kann eine andauernde Überzuckerung zur Ketoazidose führen, das heißt, dass eine schwerwiegende Stoffwechselentgleisung stattfindet, die eine sofortige stationäre Behandlung fordert, sonst kann das zum diabetischen Koma führen bis hin zum Tod. Daher regelmäßig den Blutzucker prüfen und im Falle von überhöhten Werten sofort handeln!

Auch wenn es lästig ist, man sollte diese Sache auf jeden Fall nicht vernachlässig, auch wenn es total cool wäre, wenn man so ein Mechanismus dauerhaft im Körper einbauen könnte. der kontinuierlich den Blutzucker misst und ein Signal an die Insulinpumpe sendet, die dann selbstständig dementsprechend Insulin ausschüttet. Jaaaaaa ich weiß, aber man darf ja wohl noch träumen dürfen ;)

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