Vom vermissen

Sonntag, 20. November 2016

Jetzt beginnt langsam die Vorweihnachtszeit und ich merke dieses Jahr wie noch nie zuvor, wie mir Menschen fehlen. Menschen, die in meinem Leben unendlich wichtig sind und die einfach nicht mehr da sind. Menschen, die ich an Weihnachten bei mir hatte und nie wieder haben werde. Wie einige von euch wissen, ist ja meine Oma dieses Jahr überraschend gestorben und gerade jetzt zu Weihnachten fängt das Herz an zu schmerzen. Aber nicht nur Oma fehlt mir, auch andere Menschen, die ich erfolgreich in meinem Alltag verdränge, aber die momentan immer wieder ihre Fühler an meine Gefühlsoberfläche ausstrecken. Es gibt so viele Arten jemanden zu vermissen, und es gibt so viele Arten damit umzugehen. Ich möchte nicht traurig sein, ich möchte mich an die guten Zeiten erinnern. An alles was war und alles was ich geliebt habe. Alles, was mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert. An alles, an nichts weniger!

Wen ich am meisten vermisse?
Drei Personen bzw. zwei Menschen und eine Katze! Ja eine Katze.

Lucy war mein allererstes Tier, damals ein kleines mitleidiges Kätzchen von einem Hof, der alle Jungtiere unbringen wollte. Nun war dieses kleine Tier noch übrig und zog bei uns ein. Ein kleines Häufchen Fell, welches sich schnell zu einem frechen, aber unglaublich schüchternen und zurückgezogenen Tier entwickelte. Ich denke, dass die Erfahrungen auf dem Hof sie so menschenscheu gemacht hat. Da sie eine Draußengängerin war, nicht immer das schlechteste, aber wenn sie uns schon kaum vertraute, war das nicht so  ganz richtig. Am meisten hat sie sich auf mich fixiert. War immer bei mir, schlief immer bei mir, war zickig, wenn ich mal eine Nacht nicht zu Hause war. Man kann sagen, wir waren wir ein Herz und eine Seele. Ich verbinde so viel mit diesem Tier und ich habe nie wieder ein Tier so sehr geliebt wie sie (obwohl Balu sich da gerade sehr daran heran schleicht!) und ich habe so sehr um sie getrauert. Damals wurde bei ihr zwölfjährig Nierentumore festgestellt und sie musste daraufhin eingeschläfert werden: in meinen Armen ist sie schließlich von uns gegangen! Nie werde ich vergessen, wie sie sich im letzten Atemzug nochmal an mich gedrückt hat!
Ich liebe diese Katze und auch wenn sie bereits seit fast sechs Jahren nicht mehr hier ist, so ist sie immer noch in meinem Herzen! <3


Aber ich vermisse auch einen Freund von früher, der vor gut zwei Jahren bei einem Unfall umgekommen ist. Wir waren wie Mageneten, egal wie lange wir uns nicht gesehen hatte, zwischen uns gab es sofort wieder dieses Band, was uns immer miteinander verbunden hat. Ich habe keine Verbindung mehr zu seinem Leben, schon  bevor es geendet hat, haben wir uns -wie immer- gestritten, nur dass es diesmal keine Chance auf Versöhnung gab. Es lief immer gleich ab, wir liebten uns, wir stritten uns, wir redeten nicht miteinander, wir versöhnten uns wieder. Nur diesmal lief es anders, und es lag nicht an uns! Aber ich denke lieber an die guten Zeiten, die wir miteinander hatten und dass es unter anderen Umständen anders ausgegangen wäre, dann würden wir uns jetzt wahrscheinlich schon wieder kabbeln. ^^

Und Oma, dich vermisse ich am allermeisten! Du hast alles mit mir mitgemacht, du hast alles für mich gemacht und du hast mir so viel Liebe und Leben geschenkt. Du hast immer meine Büchersucht gefördert, warst jahrelang jedes Jahr mit mir im Urlaub. Du hast dir jeden Mist angehört und du hast auf alles eine Antwort gehabt. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass davon nie wieder etwas passieren wird. Ich höre dich in jeder Möwe, rieche dich in jeder salzigen Briese, schmecke dich in jedem Eis, fühle dich in jedem Sonnenstrahl und sehe dich in jeder Blume! Und ich bin glücklich für jeden dieser Momente!


Es gibt so vieles was man vermissen kann und so vieles davon wird uns oft erst richtig klar, wann es uns genommen wurde. Seid jeden Tag dankbar dafür, was ihr habt und lebt jeden Tag, als wäre er der wichtigste in eurem Leben!

Kommentare:

  1. Hallo du,
    ein wirklich schöner Beitrag. Ich kann ihn sehr gut nachvollziehen und habe ihn sogar mit dir gemeinsam.
    Mein damals bester Freund ist durch einen Autounfall verstorben. Wir hatten uns noch gestritten am Abend zuvor und hatten keine Chance auf Versöhnung. Das hängt mir heute manchmal noch in den Knochen.
    Und meine Oma war eh meine wichtigste Bezugsperson. 22 Jahre lang war sie immer da, wenn ich sie brauchte. Sie ist zwar schon vor über 14 Jahren gestorben, aber ich vermisse sie noch immer sehr. In manchen Momenten möchte ich einfach zu ihr fahren, mich in ihrer Stube auf das Sofa lümmeln und die Welt schlicht und einfach draussen lassen.

    Die unendliche Geschichte solltest du wirklich einmal lesen. Jeder nimmt ein Buch zwar anders war, aber ich persönlich kann es nur empfehlen.
    Fühl dich aufgrund deines Beitrages unbekannterweise gedrückt.
    Einen schönen Sonntag,
    Melanie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke dir! Und fühle dich ebenfalls gedrückt!

      Natürlich und es wird wohl immer bleiben, dass man sich denkt, warum haben wir uns damals nur so getrennt und haben uns nicht gleich wieder versöhnt ...
      Und Omas sind so besonders, ich möchte auch andauernd anrufen, eine SMS oder Brief schreiben, einfach ihre Stimme hören und das alles gut werden wird!

      Liebste Grüße und vielen Dank!

      Löschen
  2. Ich drücke dich einfach einmal ganz herzlich.

    AntwortenLöschen
  3. Ich drücke dich auch ganz fest. Ich kann dich absolut verstehen wie du dich fühlst aber ich kann dir versichern das du nicht alleine bist!

    AntwortenLöschen