OP und Spritzen #7

Freitag, 23. Juni 2017

Freitag, 09-06.
Ich hatte gehofft, dieses Format endlich ruhen lassen zu können, aber das Leben möchte nicht, dass es mir gut geht. Nachdem ich endlich eine Arbeitsstelle gefunden habe, wo ich mich wohl gefühlt habe, Kollegen und Arbeit mochte, hat sich nach nur vier Tagen schwarze Schlieren in meinem rechten, besseren Auge eingestellt und die Diagnose war eindeutig: Einblutungen. Nachdem ich gestern in der Klinik war, seht fest, dass ich auch auf dem rechten Auge eine OP bekommen werde. Und niemand kann mir sagen wie gut ich danach noch sehen kann. Bisher war es ja so "gut", dass ich durch den Alltag kam, sogar noch im Hellen Auto fahren durfte, aber nachdem jetzt das gute Auge operiert werden muss, steht das natürlich alles in den Sternen. Genauso wie mein Job. Wer möchte den eine Mitarbeiterin haben, die bereits in der zweiten Woche für ein oder zwei Monate ausfällt? Und immer die Angst, dass ich irgendwann aufwache und einfach nichts mehr sehen. Die Welt erloschen in Dunkelheit!

Montag, 12.06.
Mein Augenarzt ist so ein richtiger Sonnenschein. Wie er es versteht, Patienten Mut zu machen sucht seinesgleichen! Es ist echt unfassbar wie manche Ärzte nur negative Sachen sagen könenn und es nicht verstehen, den Patienten ein wenig aufzubauen oder neuen Mut zu geben. Ja, ich weiß, dass ich sehr jung bin und dass es keine Hoffnung gibt, dass ich für den Rest meines Lebens sehen werde, aber es gleich jetzt und sofort so runterzuziehen? Dann brauche ich die ganzen Behandlungen gar nicht über mich ergehen lassen und kann gleich darauf warten, dass ich blind werde. Ich bin echt sprachlos und sauer und traurig. Es geht mir mit allem schwer genug, da muss er nicht noch mehr Verzweiflung in die Wunde streuen...

Freitag, 16.06.
Am Montag ist die OP, momentan denke ich kaum nach, weil ich vermeiden will, dass ich abrutsche. Ich weiß nie wie ich das alles weiter meistern soll. Finanziell und mit der Angst, dass irgendwann einfach alles vorbei sein kann. Ich möchte so viel sehen, so viel schreiben, so viel machen ...

Mitteoch, 21.06.
Da bin ich wieder! Die OP ist gut verlaufen, der Augenchirurg ist zufrieden, aber leider wurde eben doch mit Öl gearbeitet, was bedeutet, dass es auch wieder raus mit und ich solange quasi nichts auf dem Auge sehe und da das andere ja auch nur 20% Sehkraft hat, ist das schon lustig. Vor allem ist fast alles für mich kursiv, weil die Netzhaut noch nicht ganz gerade ist, aber egal geht alles.
Fakt ist, es ist geplant, das Öl Mitte August wieder rauszuholen, so dass ich wahrscheinlich wieder ab September arbeiten gehen kann. Ewigkeit, diese ganze Sachen kostet mich Ewigkeiten und Lebenszeit, aber aufgeben kommt ja auch nicht in Frage. Es muss weitergehen und es muss so gut weitergehen wie es eben möglich ist. Also weiter gehts ...

Freitag, 23.06.
Die Nachkontrolle beim Augenarzt verlief gut, erstmal ist alles in Ordnung, schauen wir mal weiter. Ich kann halbwegs gut lesen und schreiben, muss nur aufgrund von Kopfschmerzen öfter mal Pausen einlegen, aber so kann ich wenigstens irgendetwas sinnvolles machen, solange ich gezwungenermaßen solange zu Hause bin und Bücher für euch und vor allem für mich schreiben. 
Und ich werde immer besser darin, mir selbst Augentropfen ins Auge zu befördern, bin froh, wenn das wieder vorbei ist! 

Ich habe ein Q&A zu dem ganzen Thema geplant und wer von euch Fragen zu irgendetwas dazu hat, dann einfach in die Kommentare damit, ich beantworte euch alles was ich kann!

Kommentare:

  1. Hey,

    ich wünsche dir alles Liebe und eine gute Besserung, damit du bald wieder ganz fit bist!!

    Liebe Grüße
    Bettina

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  2. Meine Liebe

    Ich lese hier oft still mit und manchmal fehlen mir auch einfach die Worte, wenn ich deine Berichte lese. So jung und bereits so viel Pech gehabt...einfach unfair.

    Ich nehm dich mal ganz lieb in den Arm
    Livia

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    1. Ja unfair ist es wirklich, aber es bringt ja auch nichts sich daran festzubeißen ... es geht weiter ... immer ... irgendwie!

      Danke! *redrück*

      Liebste Grüße,
      Vivka

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  3. Hallo Vika,
    ich lese seit einiger Zeit still mit und möchte mich jetzt doch mal dazu äußern.
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und bewundere deinen Umgang damit.
    Auch wenn es eine schlimme Situation ist wünsche ich dir, dass du das Beste daraus machen kannst und du mir erhobenem Haupt weitermachen kannst.
    Liebste Grüße
    Kathrin

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    1. Ich danke dir! Da aufgeben ja nicht in Frage kommt, werde ich auf jeden Fall versuchen, das Beste daraus zu machen! Und den Kopf immer hoch halten, auch wenn der Hals dreckig ist, wie meine Oma immer gesagt hat ^^

      Liebste Grüße,
      Vivka

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