Meine Meinung
Zunächst, ich habe dieses Buch etwa nach der Hälfte abgebrochen und den Rest nur noch überblättert, weil ich den Inhalt zutiefst problematisch und unreflektiert halte. Zudem werde ich wahrscheinlich spoilern, um darzulegen, was mich störte. Aber ... ich kann das nicht so stehen lassen.
Es fängt bereits bei Abby an. Abby hat ihre Mutter verloren und trauert, wobei sie alle Konkate abbricht. Dafür legt sie sich einen geheimen Instagramaccount an, den zunächst nur ihre beste Freundin kennt, denn ihre Mutter ist nicht tot (wie ich anfangs ewig dachte), sondern abgehauen. Abby gibt sich daran die Schuld, denn sie ist nicht gut genug! Denkt sie. Denn sie ist zu schlecht im Eislaufen um ihre Mutter zu gefallen und aus Scham soll diese gegangen sie. Sie kommt also nur wieder, wenn Abby besser und besser ist. Aus dem Grund lädt sie Videos vom Eislaufen auf diesem Account hoch, um das Interesse ihrer Mutter zu wecken.
Für mich ist das aus verschiendenen Gründen ein Problem. Abby hat ein psychisch tief gehendes Traume erlitten und verarbeitet das auf ungesunde Weise. Leider wird in diesem Buch aber zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Art und Weise reflektiert damit umgegangen und dies ist ein schlechtes Bild! Sei nur stark genug, werde besser, verliebe dich - dann wird schon alles wieder gut! Niemand sagt ihr, dass das ungesund ist, nicht ihre beste Freundin, nicht Easton, nachdem er es herausgefunden hat. Niemand!
Und was soll das überhaupt für eine Mutter sein? In jedem Rückblick wird sie als kalt, arrogant und nicht an ihrer Tochter interessiert dargestellt. Und wer geht bitte und verlässt seine eigene Tochter ohne ein Wort? Warum wurde nicht einmal im Buch kritisch darüber geredet? Stattddessen wurde alles wie ein tragisches und doch fluffiges Wintermärchen verkauft!
Easton ist doch genauso mit seinem unfassbaren Lügengeflecht und einer Phobie, die man halt mal so versucht zu heilen. Auch hier hätte durchaus einfließen lassen können, dass sowas in professionelle Hände gehört und nicht durch Amateurversuchen ihn aufs Eis zu locken.
Mich regt das alles so auf. Es ist ja nicht schlimm, solche Aspekte in einem Buch zu bearbeiten, aber doch bitte reflektiert!
Abbys Besessenheit sollte nicht ständig als Stärke hingestellt werden, es ist keine! Genauso wie ihr unfassbar verzerrtes Bild ihres eigenen Könnens, niemand stellt das überhaupt wirklich je in Frage. Oder Eastons Eltern, die über seine Lügen Bescheid wussten und zugesehen haben, wie ihr eigener Sohn zugrunde geht, bevor man überhaupt in Erwägung zieht, dass man vielleicht mal miteinander reden sollte. Hätte am Ende wirklich nur noch gefehlt, dass Abbys Mutter nach dem Sieg bei diesem Wettbewerb plötzlich aufgetaucht wäre und happy heile Familie passiert wäre. Dann wäre das Kotzkonzert wirklich voll gewesen!
Gut, ich höre lieber auf, ich bin sauer genug, aber dieses Buch, diese Geschichte geht so einfach gar nicht! Aber wenn ich mit die Bewertungen angucke, es funktioniert, Glitzerheitertadazauber... unfassbar!
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Girl on Ice / Teodora Timea / Impress
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Dieses Buch wurde mir freundlicherweise kostenfrei von Impress via Netgalley zur Verfügung gestellt, dies beeinflusst in keinster Weise meine Meinung und Bewertung!
Hey Vivka,
AntwortenLöschenokay, wow, das klingt furchtbar. :o Ich bin gerade ein bisschen fassungslos, wie so unreflektiert solche Themen dargestellt werden können - und schade, dass es anscheinend vielen auch nicht bewusst wird? Nicht, dass ich vorgehabt hätte, dieses Buch zu lesen, aber danke für diese Rezension, wegen der ich es definitiv nicht lesen werde. xD
Liebe Grüße ♥
Es ist ein großes Problem heutzutage, dass man oft mitdenken muss und nichts romantisch verklären sollte, ich weiß nicht, ob die anderen es wirklich nicht gesehen haben, oder nicht sehen wollte, oder ich vlt überreagiere, aber ... es macht mich traurig. Man kann das Thema definitiv behandeln, und man hätte an vielen Punkten eine reflektierte Handlung und Sicht einbauen können, aber nun ja ... es ist wie es ist, leider!
LöschenWinterliche Grüße
Vivka