Aufgestöbert im August

Sonntag, 11. August 2019

[Bild wird in den nächsten Tagen ersetzt]

Aufgestöbert ist eine Aktion von Tanja (Der Duft von Büchern und Kaffee) und beschäftigt sich mit Büchern, die man empfohlen bekommen oder selbst aufgestöbert hat und die eine besondere Aufmerksamkeit bedürfen. Gerne möchte ich mich dieser Aktion monatlich anschließen und möchte euch besondere Bücher aus meinem Buchregal vorstellen, die durchaus mehr Aufmerksamkeit bekommen sollten oder die mir einfach aus verschiedenen Gründen am Herzen liegen und gerne noch einmal eine Lanze dafür brechen mag.

Dieses Mal habe ich mir ein sehr ernstes und bedrückendes Buch heraus gesucht, welches für mich aber als absolutes Lesehighlight gilt und mich schon sehr lange Zeit begleitet. Diesen Monat handelt es sich By the time you read this, I´ll be dead von Julie Anne Peters.

Worum es geht
Daelyn hat nicht zum ersten Mal versucht sich das Leben zu nehmen. Daelyn möchte sterben. Aus einem bestimmten Grund: Mobbing. Und Daelyn findet das Forum durch-das-licht.com, welches einen Mindestzeitraum von 23 Tagen voraussetzt, bevor man sein Leben beenden darf. In dieser Zeit bekommt man Tipps für den gelungen Suizid.
Dann jedoch taucht an ihrer Schule Santana auf. Und vielleicht ist der Tropfen Licht, den sie braucht. Vielleicht aber auch nicht. Und vielleicht versteckt Santana genauso viel wie sie, vielleicht sogar noch mehr.

Warum es besonders ist
Dieses Buch zeigt sehr gut, was Mobbing mit einem Menschen anrichten kann. Wie es ist, nicht mehr weiter zu können, keinen anderen Ausweg mehr zu sehen, als sich selbst das Leben zu nehmen. Es zeigt aber auch, wie Eltern überfordert sind, wie Erlebnisse, die Sicht verändern. Wie vielleicht eine einzige andere Person das Leben beeinflusst. Aber eben auch wie viele Menschen einem anderen das Leben zur Hölle machen können.
Beim ersten Mal lesen fand ich es sehr krass, dass Tötungsmöglichkeiten tatsächlich beschrieben und bewertet werden. Mittlerweile denke ich einfach, dass es den sehr ernsten Tonfall unterstreicht und die Verzweiflung, zu welchen Mitteln Betroffene greifen, sichtbar macht.
Man spürt beim Lesen regelrecht die Menge an Gefühlen: die Angst, Höffnungslosigkeit, Schmerz, Einsamkeit und so vieles mehr. Mehr als einmal musste ich gegen die Tränen ankämpfen und möchte, dass das Thema Mobbing sehr viel intensiver auch in Schulen behandelt wird.
Und am Ende bleiben so viele Fragen ...

Für mich ist dieses Buch unglaublich wichtig und wünschte mir, viel mehr hätten es gelesen. Leider ist es (momentan) neu nicht mehr erhältlich und ich hoffe sehr, dass sich das irgendwann wieder ändert. Kaum ein Buch hat mir mehr vor Augen geführt, wie schrecklich Menschen sein können. Wie sehr Menschen leiden können. Dieses Buch führt vor Augen, wie sich Betroffene fühlen (können) und was Depressionen mit einen anrichten können. Es gibt so viele Facetten in dieser Geschichte, dass ich nicht genug Worte habe, um meine Emotionen dazu angemessen zu beschreiben!

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By the time you read this, I´ll be dead / Julie Anne Peters / Kosmos
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Kommentare:

  1. Hallo Vivka,

    das Buch klingt wirklich sehr emotional. Ich kannte es vorher nicht und nun landet es auf meine Wunschliste.
    Ich lese momentan "Poet X". Das ist auch ein sehr außergewöhnliches Buch, denn es wird zwar eine emotionale Geschichte rund um Religion, Selbstliebe und Diskriminierung erzählt, aber in Form von Gedichten. Bislang kann ich es nur empfehlen.


    Liebe Grüße
    Emily von Mein Schreibtagebuch

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  2. Hallo Vivka!

    Kleine Anregung: Vielleicht könntest du vor das Bild eine Triggerwarnung setzen, weil ich glaube, dass Menschen mit selbstverletzendem Verhalten potenziell davon getriggert werden könnten. :)
    Mir sagt das Buch tatsächlich nichts, wobei ich es krass finde zu lesen, dass das Vorgehen so genau beschrieben wird. Was ja auch immer so ein bisschen in der Diskussion steht - Triggergefahr vs. Aufklärung nicht Betroffener. Auf jeden Fall klingt das nach einem sehr krassen Buch.

    Liebe Grüße
    Dana :)

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  3. Hallo Vivka,

    ein Thema das es wirklich in sich hat...aber ob man wirklich Tötungsmöglichkeiten in einem Roman beschreiben muss.....hm, halt ich persönlich für nicht gut oder wünschenswert.....

    LG..Karin..

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  4. Liebe Vivka,

    das Buch hört sich einerseits sehr gut an.
    Auf der anderen Seite bin ich strikt dagegen, Tötungsmöglichkeiten zu erklären. Da habe ich einfach schon zu viel Negatives erlebt, wie Leute so erst auf Ideen gekommen sind.
    Mir hat mal eine Ärztin erzählt, mit wieviel Milligramm von einem bestimmten Medikament man sich umbringen kann. Und ich war wirklich fassungslos und dachte, ist die blöd!? Wie kann sie mir das sagen. Ich finde das hochgefährlich.

    Liebe Grüße
    Petrissa

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